Archiv für Mai 2012

Das „richtige“ Okklusionskonzept

Mittwoch, 16. Mai 2012

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es sind so viele verschiedene und sich teilweise widersprechende Okklusionskonzepte beschrieben worden, dass ich unmöglich entscheiden kann, welches wirklich das „richtige“ und „alleingültige“ Okklusionskonzept ist. Ich stimme Slavicek zu, wenn er sagt: „Okklusionskonzepte sind von Menschen aufgestellte Regeln. Man muss sich immer streng vor Augen halten, dass die Natur solche Konzepte nicht kennt, sondern lediglich daran interessiert ist, erforderliche Funktionen möglichst optimal ablaufen zu lassen.“

Ich selbst orientiere mich an dem wissenschaftlich sehr fundierten Konzept von Slavicek. Es hat sich in unserer Praxis sehr bewährt, wobei ich allerdings nur einige Kriterien des umfangreichen Konzepts beachte. Diese sind:

  • Die mittleren Schneidezähne haben keinen zentrischen und exzentrischen Zahnkontakt. Sie sind nur zum Sprechen und Abbeißen da.
  • Die seitlichen Schneidezähne haben in der Zentrik keinen Kontakt. Bei den exzentrischen Grenzbewegungen nach lateral führen sie initial zusammen mit den Eckzähnen, die aber schnell die alleinige Führung übernehmen.
  • Die Führung der lateralen Grenzbewegungen wird hauptsächlich von den Eckzähnen übernommen (initial – wie gesagt – führen die seitlichen Schneidezähne mit). Die zweiten und dritten Molaren dürfen dabei keine Kontakte haben, weder auf der Mediotrusions- noch auf der Laterotrusionsseite.
  • Wichtig ist bei der Stellung der Schneide- und Eckzähne zueinander der so genannte interkoronale Freiraum. Dies bedeutet, dass die Palatinalflächen der oberen Schneide- und Eckzähne und die Labialflächen der unteren Schneide- und Eckzähne keinen flächigen Kontakt miteinander haben dürfen. Diese Zähne dürfen nicht zu steil stehen.
  • Die Führung der protrusiven Grenzbewegungen erfolgt über die unteren ersten Prämolaren gegenüber den oberen Eckzähnen.
  • Die Führung der retrusiven Grenzbewegungen wird von den Cristae transversae der oberen ersten Molaren übernommen.
  • Achtung: „Der richtige Biss ist KEIN Biss!“ Normalerweise wird der Unterkiefer in der Ruhelage gehalten, und die Zähne haben keinen Kontakt zueinander. Im ersten Post unserer Serie habe ich diese Zusammenhänge ausführlich beschrieben.

Im nächsten Weblog-Post schließen wir die Serie über die Okklusion ab. Es wird um die verschiedenen Möglichkeiten der Okklusionstherapie gehen.

Bis dahin herzliche Grüße
Erich Wühr

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18. Internationaler Matrix-Workshop auf Ischia im September

Samstag, 05. Mai 2012

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

alle zwei Jahre organisert Uli Randoll seinen Matrix-Workshop in den Poseidon-Gärten (www.giardiniposeidon.it) auf der Insel Ischia im Golf von Neapel. Ich möchte es auch dieses Jahr nicht versäumen Sie/Euch auf dieses Kongress-Highlight aufmerksam zu machen. Uli hat wieder ein informatives Programm mit erstklassigen Referenten zusammengestellt. Ich genieße auch immer die informellen Gespräche und Zusammentreffen mit den Referenten und Teilnehmern außerhalb der Vorträge – beim Abendessen, im warmen Wasser der Thermalbecken, beim geselligen Zusammensein und so weiter.

Das ausführliche Programm können Sie sich/könnt Ihr Euch hier herunterladen.

Ich freue mich, wenn wir uns auf Ischia in den Poseidon-Gärten treffen werden: Wie immer morgens um 7.30 Uhr im 34°-Becken …

Liebe Grüße und alles Gute
Ihr/Euer Erich Wühr