Archiv für November 2012

Befunderhebung: Tests der Augenmuskelfunktionen

Mittwoch, 28. November 2012

Für zahnärztliche und kieferorthopädische Zwecke genügen drei einfache Tests: Wir wollen mit diesen Tests überprüfen, ob bei dem betreffenden Patienten eine vertiefende Untersuchung der Augenmuskelfunktionen notwendig ist oder nicht. Diese drei Tests kosten nur wenig Zeit. Wir führen sie bei allen unseren Muskel- und Gelenkschmerzpatienten sowie bei unseren kieferorthopädischen Patienten durch. Bitte denken Sie daran: Jeweils ein Drittel aller jungen Patienten mit der Diagnose Legasthenie oder ADHS leiden tatsächlich nur an einer Winkelfehlsichtigkeit. Nicht nur, dass wir diese Patienten herausfinden und einer sinnvollen Therapie zuführen können, wir werden auch durch die Normalisierung der Form und Funktion des Kausystems die Winkelfehlsichtigkeit lindern oder sogar ganz beseitigen.

Konvergenztest: Beim Blick auf Personen oder Gegenstände, die sich näher als sechs Meter bei uns befinden, richten die Augenmuskeln die Sehachsen beider Augen nach innen in die so genannte Konvergenz (Abbildung 1). Mit dem Konvergenztest überprüfen wir diese Funktion: Wir stellen uns vor dem Patienten auf und halten einen Kugelschreiber in Augenhöhe des Patienten ungefähr 40 Zentimeter vor seiner Nasenspitze. Wir bitten den Patienten, die Spitze des Kugelschreibers nicht aus den Augen zu lassen und führen die Kugelschreiberspitze langsam auf die Nase des Patienten zu, bis sie die Nasenspitze berührt. Dabei müssen sich beide Augen gleichmäßig nach innen bewegen (Abbildung 2). Eine Dysfunktion liegt vor, wenn ein Auge nicht oder nicht genügend weit nach innen konvergiert. Wir sprechen dann von einer Hypokonvergenz.

Divergenztest: Dieser Test wird sofort an den Konvergenztest angeschlossen. Die Kugelschreiberspitze befindet sich noch an der Nasenspitze des Patienten. Wir bitten den Patienten, uns in die Augen zu schauen. Die Sehachsen beider Augen müssen sich nun schnell und gleichzeitig aus der Konvergenz wieder nach vorne richten (Abbildung 3). Eine Dysfunktion liegt vor, wenn ein Auge sich nicht bremsen kann und nach außen schwenkt (= Divergenz), um dann erst in die gerade Position zurückzukommen. Wir nennen diesen Befund eine Hyperdivergenz.

Abdecktest: Die Ausgangsposition des Abdecktests ist die gleiche wie beim Konvergenztest. Wir halten einen Kugelschreiber in 40 Zentimeter Abstand vor die Nasenspitze des Patienten. Zusätzlich decken wir mit unserer Handfläche ein Auge des Patienten ab. Damit verhindern wir, dass dieses Auge den Kugelschreiber sehen kann (Abbildung 4). Nun führen wir wieder die Kugelschreiberspitze zur Nasenspitze des Patienten, aber nicht weiter als die Abdeckung mit der Handfläche reicht. Wir beobachten, dass das sehende Auge in Konvergenz geht. Das sehende Auge müsste bei normaler Funktion der Augenmuskeln das abgedeckte, nicht sehende Auge mit in die Konvergenz führen. Wenn wir die Abdeckung wegziehen, müsste das nicht sehende Auge auch in Konvergenz auf die Kugelschreiberspitze gerichtet sein. Eine Dysfunktion liegt vor, wenn dies nicht der Fall ist und das nicht sehende Auge noch in Divergenz steht oder in die Konvergenz nachgeführt werden muss. Der Test wird dem anderen Auge wiederholt.

Diese drei einfachen und schnell durchzuführenden Tests geben uns Hinweise auf Fehlfunktionen der Augenmuskeln, aufgrund derer wir vertiefende Untersuchungen beim Optometriker auslösen können. Aber Vorsicht: Viele Optometriker vermessen die Augenmuskelfunktionen und fertigen sofort danach eine so genannte Prismenbrille an, um die Winkelfehlsichtigkeit mit dieser Sehhilfe zu korrigieren. Wir gehen aber davon aus, dass wir durch unsere zahnärztlichen, kieferorthopädischen und physiotherapeutischen Behandlungen sowie durch Übungen die Augenmuskelfunktionen positiv beeinflussen werden. Also wäre eine optometrische Sehhilfe erst angezeigt, wenn nach diesen Behandlungen tatsächlich noch Augenmuskelfehlfunktionen übrig blieben.

Um dieses Dilemma zu vermeiden, haben wir in unserer Praxis eine zusätzliche und vertiefende Messmethode der Augenmuskelfunktionen eingeführt: den so genannten Van-Orden-Stern-Test mit dem mac-O-scope. Mit dieser Methode können wir den Erfolg unserer Behandlungen in Bezug auf die Augenmuskelfunktionen genauer messen und im Verlauf dokumentieren. Ich werde ich Ihnen diese Methode in drei Wochen in meinem nächsten Weblog-Post vorstellen.

Bis dahin alles Gute
Ihr Erich Wühr

Fälle von Periimplantitis erfolgreich behandelt mit Matrix-Rhythmus-Therapie

Mittwoch, 21. November 2012

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Netz-Werk-Medizin GmbH hat uns einen Artikel von Thomas Weidenbeck zur Verfügung gestellt. Er beschreibt darin, wie er Periimplantitis erfolgreich mit Matrix-Rhythmus-Therapie behandelt hat: Artikel herunterladen

Viel Spaß beim Lesen und herzliche Grüße
Ihr Erich Wühr

Seminartermine 2013 und das letzte Seminar in diesem Jahr

Mittwoch, 07. November 2012

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Seminartermine für 2013 stehen fest. Sie können Sie auf der Startseite dieser Website abrufen.

Das letzte Seminar in diesem Jahr findet am 23. und 24. November in München statt. Veranstalter ist Nymphenburger Seminare

Herzliche Grüße
Ihr Erich Wühr

Legasthenie und ADHS

Mittwoch, 07. November 2012

Die Symptomatik der Winkelfehlsichtigkeit (Dysphorie) ist den Symptomen der Legasthenie und des ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom) sehr ähnlich. Angeblich haben Untersuchungen betroffener Kinder und Jugendlicher ergeben, dass jeweils ein Drittel der jungen Legasthenie- bzw. ADHS-Patienten tatsächlich an einer Winkelfehlsichtigkeit leiden und sich die entsprechenden Symptome durch optometrische und therapeutische Maßnahmen verbessern lassen. Auch die neurologischen Befunde in Enzephalogrammen von Patienten mit Winkelfehlsichtigkeit zeigen starke Ähnlichkeiten mit denen von Legasthenie- und ADHS-Patienten. Leider sind diese Zusammenhänge in der Neurologie und KInderpsychologie noch wenig bekannt.

Aber als Kieferorthopäden und kieferorthopädisch tätige Zahnärzte sehen wir viele dieser jungen Patienten. Wir können durch einfache Anamnesen (siehe unser letzter Post) und Tests einen Verdacht auf Winkelfehlsichtigkeit feststellen und angemessene vertiefende Untersuchungen bei den Experten veranlassen. Hier stehen wir wieder in der Verpflichtung, über unseren zahnärztlichen „Tellerrand“ hinauszuschauen …

In drei Wochen werde ich Ihnen im nächsten Post einfache Winkelfehlsichtigkeitstests vorstellen.

Herzliche Grüße
Ihr Erich Wühr