Archiv für Oktober 2017

Einführungsseminar in die Matrix-Rhythmus-Therapie für Zahnärzte

Freitag, 20. Oktober 2017

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich möchte es nicht versäumen, Sie auf ein interessantes und nützliches Seminar der Kollegen Töpert und Weidenbeck hinzuweisen. Beide sind erfahrene Praktiker der Kraniofazialen Orthopädie und der Matrix-Rhythmus-Therapie. Sie kennen ja meine Meinung: Die Matrix-Rhythmus-Therapie ist für die zahnärztliche Praxis hervorragend geeignet und einfach durchzuführen. Alle meine Helferinnen können sie anwenden und meine Schmerzpatienten vorbehandeln …

Hier die Ausschreibung des Seminars: Matrix-Einladung-25.11.17

Beste Grüße
Ihr Erich Wühr

Vorsicht Falle: Zwanghafte Okklusale Vigilanz

Freitag, 13. Oktober 2017

„Herr Doktor, ich habe einen mediotrusiven Surtrusionskontakt am Zahn 47. Bitte schleifen Sie mir den weg. Aber bitte vorsichtig: Es können nur 4 „Mü“ [Mikrometer] sein!“

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

diese Aussage einer Kopfschmerzpatientin, die von weither angereist war, ist noch lange nicht das skurrilste Patientenanliegen, das an mich herangetragen wurde. Solche und ähnliche Patientenanliegen scheinen sich zu häufen. Es sind vor allem Patientinnen, die ihre Aufmerksamkeit zwanghaft und dauernd auf ihren Biss lenken. Ich habe dieses Krankheitsbild in meinem Buch „Kraniofaziale Orthopädie“ „Zwanghafte Okklusale Vigilanz“ genannt: Auf der Basis einer zwangsneurotisch veranlagten Persönlichkeitsstruktur (Anarkasmus) prüfen die Betroffenen permanent ihren Biss und nehmen kleinste Vorkontakte als störend und belastend wahr. Dabei wird die normale Ruhelage des Unterkiefers immer wieder verlassen und die Muskulatur wird teilweise mit sehr hohen, überlastenden Kräften aktiviert … Die Patienten recherchieren im Internet, stoßen auf den Begriff „CMD“ und machen für all ihre Beschwerden die Okklusion verantwortlich bzw. den „bösen“ Zahnarzt, der ihnen „den Biss genommen hat“.

Leider muss ich feststellen, dass diese Patienten oft durch uns Zahnärzte selbst für ihren Biss sensibilisiert werden: Wenn wir die Bedeutung der Okklusion durch unser Vorgehen überbetonen, „erzeugen“ wir solche zwanghaften Störungen. Natürlich ist eine störungsfreie Okklusion wichtig. Aber: „Der richtige Biss ist kein Biss!“ Natürlicherweise befindet sich der Unterkiefer nahezu 24 Stunden am Tag in der Ruhelage, in der die Okklusion keine Rolle spielt. Erst wenn durch Muskelaktivität Zahnkontakt entsteht, können störende Okklusion wirksam werden. Und das auch nur bei der besonders hohen Bruxismuskräften. Normale Kaukräfte reichen nicht, um Muskeln und Gelenke innerhalb und außerhalb des Kausystems zu überlasten …

In dem YoutTube-Video „Zwanghafte Okklusale Vigilanz“ bespreche ich dieses Krankheitsbild. Ich nenne die Kriterien, anhand derer ich versuche, die betroffenen Patienten zu erkennen und zahnärztliche Über- und Fehldiagnostik und die entsprechende falsche Therapie zu vermeiden.

Vielleicht haben Sie Lust, meinen YouTube-Kanal „Erich Wühr“zu abonnieren.

Beste Grüße
Ihr Erich Wühr