Mit ‘akuter nozizeptiver Schmerz’ getaggte Artikel

Was ist myofaszialer Schmerz?

Sonntag, 20. Februar 2011

Der myofasziale Schmerz ist ein nozizeptiver Schmerz im Bindegewebe des muskuloskelettalen Systems – also der oberflächlichen Schicht des Fasziensystems.

Klinisch stellt sich der myofasziale Schmerz als spontanschmerzhafte Muskelverhärtung bzw. Mikrokontraktur eines Muskels dar, die sich bei Druck entweder verschlimmert oder verbessert. Eine solche Muskelverhärtung (manchmal auch Myogelose genannt) wird als myofaszialer Triggerpunkt bezeichnet. Jeder Triggerpunkt hat seine eigene Schmerztopografie von ausstrahlenden oder projizierten Muskel- und Gelenkschmerzen. Deshalb können wir anhand der vom Patienten angezeigten Schmerzlokalisation die infrage kommenden Schmerztopografien und damit die infrage kommenden Muskeln identifizieren. Diese Schmerztopografien sind in den Bücher und auf der Wandtafel von Travell und Simons beschrieben.

Durch Palpation dieser Muskeln können wir dann die myofaszialen Triggerpunkte auffinden und symptomatisch behandeln. Zum Beispiel mit Akupunktur, Neuraltherapie oder manuellen Techniken. In unserer Praxis hat sich die Matrix-Rhythmus-Therapie nach Dr. Ulrich Randoll  als die wirkungsvollste Therapie zur Behandlung von myofaszialen Triggerpunkten erwiesen.

Pathohistologisch gesehen ist der myofasziale Troggerpunkt eine chronische Entzündung im Bindegewebe des betroffenen Muskels mit Azidose, Mikrozirkulationsstörung und Stoffwechselstarre. Von grundlegender Bedeutung ist deshalb die Frage, durch welche belastenden Lebensbedingungen diese chronische Entzündung entstanden ist. Vier Kategorien von belastenden Lebensbedingungen kommen infrage: Mechanische, (bio-)chemische, psychische und physiologische  Belastungen. Diese Belastungen müssen anamnestisch und durch Untersuchungen aufgefunden werden. Nur wenn die Belastungen dauerhaft eliminiert werden, können die Schmerzen nachhaltig gelindert werden. Weil die meisten und wichtigsten Belastungen durch den Lebensstil des Patienten selbst verursacht sind, ist die Eigeninititaive des Patienten gefordert und unbedingt notwendig zur erfolgreichen Behandlung von myofaszialen Schmerzen.

Was ist nozizeptiver Schmerz?

Donnerstag, 09. Dezember 2010

Beim nozizeptiven Schmerz unterscheiden wir zwischen akuten und chronischen nozizeptiven Schmerzen:

  • Akuter Schmerz entsteht aufgrund einer episodischen Gewebeschädigung durch eine Noxe (= Schmerzreiz) und der entsprechenden Reizung der Nozizeptoren des verletzten Bindegewebsbereichs. Dieser Schmerz ist ein Warnsignal für das betroffene Individuum und damit funktionell sinnvoll und lebenserhaltend. Akute nozizeptive Schmerzen im Kraniomandibulären System können wir als Zahnärzte und Kieferorthopäden lokal behandeln, indem wir die Noxe eliminieren (sofern sie uns noch zugänglich ist) und die lokale Form und Funktion wieder herstellen bzw. deren selbstregulatorische Regeneration fördern.
  • Der chronische Schmerz entsteht nicht aufgrund einer einzigen akuten Belastung, sondern aufgrund vielfältiger belastender Lebensbedingungen, die sich im Laufe eines Lebens ansammeln und schließlich nicht mehr adaptiert und kompensiert werden können. Der chronische Schmerz ist dysfunktionell und wird zur eigenständigen Erkrankung mit dauerhafter Einschränkung der Lebensqualität des betroffenen Menschen. Den chronisch nozizeptiven Schmerz können wir als Zahnärzte und Kieferorthopäden in unserem interdisziplinären Netzwerk zusammen mit anderen Ärzten und Therapeuten behandeln. Wir sind dabei für die Eliminierung belastender Lebensbedingungen  aus dem Kraniomandibulären System (vor allem Bruxismus) und der Wiederherstellung von Form und Funktion des Kraniomandibulären Systems zuständig.

Pathohistochemisch gesehen ist nozizeptiver Schmerz eine akute bzw. chronische Entzündung im Bindegewebe aufgrund physikalischer, chemischer und neurogener bzw. physiologischer Noxen, die die Nozizeptoren (Schmerzrezeptoren) reizen. Diese Reize werden über periphere Nerven an das zentrale Nervensystem weitergeleitet, wo der betroffene Mensch sie emotiv und kognitiv als schmerzhaft erlebt.