Mit ‘Interdisziplinäres Konzept’ getaggte Artikel

Seminar „Kraniofaziale Orthopädie“ am 23. und 24. November in München

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am 23. und 24. November halte ich mein letztes Seminar „Kraniofaziale Orthopädie“ in diesem Jahr. Veranstalter ist Nymphenburger Seminare in München.

Bei diesem Seminar ist mir wichtig, nicht nur Zahnärzte und Kieferorthopäden anzusprechen, sondern auch unsere Netzuwerkpartner, ohne die wir Patienten mit Muskel- und Gelenkschmerzen innerhalb und außerhalb des Kausystems nicht erfolgreich und nachhaltig behandeln können. Deshalb stelle ich in diesem Seminar dieses interdisziplinäre Konzept so vor, dass die Teilnehmer nach dem Seminar in der Lage sind, es in ihrer Praxis und in ihrem Netzwerk umzusetzen.

Hier können Sie sich näher informieren und anmelden.

Ich freue mich, wenn wir uns in Münschen treffen.
Herzliche Grüße
Ihr Erich Wühr

Therapie: Eliminierung belastender funktioneller und belastender externer Kräfte

Dienstag, 29. November 2011

Wir erinnern uns:

Die regulative, regenerative, adaptative und kompensatorische Kapazität der Bindegewebe der Kiefergelenke ist groß: Auch bei ausgeprägten Gewebeveränderungen können die Gelenke hinreichend und symptomfrei funktionieren. Das bedeutet, dass nicht jede strukturelle und funktionelle Störung in den Kiefergelenken behandelt werden muss. Wenn wir uns aufgrund eines Patientenanliegens, rezidivierender  Kieferklemme oder Kiefersperre, vor umfangreichen restaurativen und/oder prothetischen Sanierungen oder bei Muskel- und Gelenkschmerzen dazu entschließen, Form- und Funktionsstörungen der Kiefergelenke zu behandeln, dann müssen wir zuallererst belastende funktionelle und belastende externe Kräfte mit Hilfe der klinischen, instrumentellen und bildgebenden Form- und Funktionsanalyse sowie der Haltungs- und Bewegungsanalyse identifizieren und eliminieren. Die Eliminierung der Belastungen ist unbedingt notwendig, um Form und Funktion der Kiefergelenke nachhaltig wiederherzustellen.

Eliminierung belastender funktioneller Kräfte

Wir erachten von allen funktionellen Kräften im kraniomandibulären System nur die Kräfte, die beim Knirschen und Pressen mit den Zähnen (Bruxismus) auftreten, als potenziell belastend für die Kiefergelenke. Um diese enorm hohen Kräfte (bis zu 300 kp sind im Bereich der Okklusion gemessen worden) zu vermeiden, nutzen wir den Reflex, dass der N. trigeminus die Kraftentfaltung in der Kaumuskulatur auf 1 bis 3 kp reduziert, wenn nur die unteren Frontzähne Kontakt haben. Wir tun dies mit einer so genannten Jig-Schiene. Grundlegend zur Vermeidung hoher Kräfte beim Bruxismus ist allerdings der angemessene Umgang mit Stress. Deshalb absolvieren unsere Patienten begleitend zur Jig-Schienen-Therapie ein Stress-Management-Training bei unserem Psychologen oder in eigener Verantwortung ein Entspannungstraining.

Eliminierung belastender externer Kräfte

Belastende externe Kräfte sind dysfunktionelle Kräfte, die aus dem Fasziensystem auf die Kiefergelenke wirken. Sie werden von den Orthopäden, Physiotherapeuten, Osteopathen und anderen Experten in unserem interdisziplinären Netzwerk eliminiert, indem sie Körperfehlhaltungen und Beweglichkeitseinschränkungen behandeln. Besonders bewährt hat sich dabei in unseren Händen die Matrix-Rhythmus-Therapie. Sie behandelt Prozessstörungen auf zellbiologischer Ebene (akute und chronische Entzündungen) und stellt Form und Funktion belasteter Bindegewebsbereiche wieder her.

Zusätzlich muss bei vielen Patienten die Gleichgewichtsregulation durch optometrische Maßnahmen (Augenmuskelübungen und Prismenbrillen) und durch propriozeptive Einlagesohlen verbessert werden.

Alle diese Maßnahmen zur Normalisierung der externen Kräfte, die auf die Kiefergelenke wirken, führen in der Regel dazu, dass die Schläfenbeine ihre Position innerhalb des Gefüges der Schädelknochen ebenso verändern wie der Unterkiefer seine relative Lage zum Oberkiefer. In der Instrumentellen Form- und Funktionsanalyse in einen Artikulator sehen wir dann eine Abweichung der vorbehandelten Unterkieferposition von der habituellen Interkuspidation, die mehrere Millimeter betragen kann. Diese Unterkieferlage muss durch eine Aufbissschiene oder andere Maßnahmen (restaurativ, prothetisch, kieferorthopädisch, Einschleifen) dauerhaft stabilisiert werden.

Unsere Ausgangsfrage war: Was müssen wir als Praktiker über das Kiefergelenk wissen? Hier meine Antwort darauf: In der Therapie ist die dauerhafte Eliminierung belastender externer und funktioneller Kräfte unbedingte Voraussetzung dafür, dass daran anschließend Form und Funktion der Kiefergelenke wiederhergestellt werden können. Letzteres werde ich im nächsten und abschließenden Post unserer Weblog-Serie über die Kiefergelenke beschreiben.

Herzliche Grüße
Ihr Erich Wühr

Identifizierung belastender externer Kräfte

Dienstag, 15. November 2011

Externe Kräfte, die auf die Strukturen der Kiefergelenke wirken, nennen wir diejenigen Kräfte, die mit ihren eigentlichen Bewegungsfunktionen nichts zu tun haben. Sie wirken sich auf die räumliche Lage des Unterkiefers und der beiden Schläfenbeine aus sowie auf die Lagebeziehung dieser drei Knochen zueinander: Auf die Schläfenbeine wirken muskuläre, ligamentäre und durale Kräfte. Auf den Unterkiefer wirken die Kräfte der ansetzenden Muskeln: Kaumuskeln sowie supra- und infrahyoidale Muskeln. Insgesamt können wir sagen, dass die Kiefergelenke Teile des Fasziensystems sind und sich Kräfte aus dem Fasziensystem auf die Kiefergelenke übertragen.

Dysfunktionelle Kräfte im Fasziensystem äußern sich als Köperfehlhaltungen (Formstörungen) und Beweglichkeitseinschränkungen (Funktionsstörungen). Als Zahnärzte und Kieferorthopäden sollten wir in der Lage sein, mit einfachen Methoden der Haltungs- und Bewegungsanalyse Hinweise auf Form- und Funktionsstörungen des Fasziensystems zu erkennen und vertiefende Untersuchungen (und Behandlungen) bei Orthopäden, Physiotherapeuten oder Osteopathen in unserem interdisziplinären Netzwerk auszulösen. Wir haben in der sogenannten Posturalen Grunduntersuchung solche einfachen Methoden zusammengefasst und in einem Videovortrag dargestellt, den sie sich anschauen können, wenn Sie hier anklicken.

In den beiden letzten Posts unserer Weblogserie über das Kiefergelenk werden wir besprechen, wie wir belastende funktionelle und externe Kräfte eliminieren und anschließend Form und Funktion der Kiefergelenke wiederherstellen können.

Herzliche Grüße
Ihr Erich Wühr

Fortsetzung 4 von 4: Video-Vorträge zu Muskel- und Gelenkschmerzen

Dienstag, 03. Mai 2011

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

vor vier Wochen habe ich begonnen Ihnen meine Vorträge anlässlich des 6. Netzwerkkongresses in München in 2007 hier in unserem Weblog zugänglich machen. Wir haben mit dem Interview von Medizin-tv und meiner Einführung begonnen und mit den den drei wichtigsten theoretischen Erkenntnissen und den praktischen Konsequenzen daraus, den drei wichtigsten Erkenntnissen bzw. Methoden der Befunderhebung sowie den
drei wichtigsten Erkenntnissen bzw. Methoden der Therapie fortgesetzt.

Heute nun der letzte Vortrag der Reihe: Die drei wichtigsten Erkenntnisse bzw. Methoden der Patientenführung
Hier klicken, um den Vortrag herunterzuladen …

Meine drei wichtigsten Erkenntnisse bzw. Methoden der Patientenführung sind:

1. Positive Therapiergebnisse können nur stabilisiert werden, wenn der Patient Eigenverantwortung und Eigeninitiative zeigt: Präventive und gesundheitsbildende Lebensführung

2. Rollenerweiterung: Der Arzt (Zahnarzt, Therapeut) wird vom Behandler zum Berater und Befähiger (Coach).

Ich freue mich über Ihr Interesse.
Herzliche Grüße

Erich Wühr

Fortsetzung 3 von 4: Video-Vorträge zu Muskel- und Gelenkschmerzen

Dienstag, 26. April 2011

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

vor drei Wochen habe ich begonnen Ihnen meine Vorträge anlässlich des 6. Netzwerkkongresses in München in 2007 hier in unserem Weblog zugänglich machen. Wir haben mit dem Interview von Medizin-tv und meiner Einführung begonnen und mit den den drei wichtigsten theoretischen Erkenntnissen und den praktischen Konsequenzen daraus sowie den drei wichtigsten Erkenntnissen bzw. Methoden der Befunderhebung
fortgesetzt.

Heute nun: Die drei wichtigsten Erkenntnisse bzw. Methoden der Therapie
Hier klicken, um den Vortrag herunterzuladen …

Meine drei wichtigsten Erkenntnisse bzw. Methoden der Therapie sind:

1. Ohne vorhergehende Eliminierung chronischer Belastungen macht die weitere Therapie keinen Sinn: Erst „den Rucksack leer machen“!

2. Danach oder zeitgleich ist die Wiederherstellung der Mikrozirkulation im Bindegewebe grundlegend für die weitere Therapie.

3. Schließlich erfolgt die autoregulative, wiederherstellende oder symptomatische Therapie von Form- und Funktionsstörungen.

In der nächsten Woche wird der letzte Teil der Reihe folgen:

Die drei wichtigsten Erkenntnisse bzw. Methoden der Patientenführung

Ich freue mich über Ihr Interesse.
Herzliche Grüße

Erich Wühr

Fortsetzung 2 von 4: Video-Vorträge zu Muskel- und Gelenkschmerzen

Dienstag, 19. April 2011

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

vor zwei Wochen habe ich begonnen Ihnen meine Vorträge anlässlich des 6. Netzwerkkongresses in München in 2007 hier in unserem Weblog zugänglich machen. Wir haben mit dem Interview von Medizin-tv und meiner Einführung begonnen und mit den den drei wichtigsten theoretischen Erkenntnissen und den praktischen Konsequenzen daraus
fortgesetzt.

Heute nun: Die drei wichtigsten Erkenntnisse bzw. Methoden der Befunderhebung
Hier klicken, um den Vortrag herunterzuladen …

Meine drei wichtigsten Erkenntnisse bzw. Methoden der Befunderhebung sind:

1. „Der chronische Schmerz lügt!“

2. Die Erhebung von Belastungen, Befunden und Symptomen muss im ganzen System und in seinem Umfeld erfolgen.

3. Dies ist nur in einem interdisziplinären Netzwerk möglich.

In den nächsten Wochen werden folgen:

Die drei wichtigsten Erkenntnisse bzw. Methoden der Therapie
Die drei wichtigsten Erkenntnisse bzw. Methoden der Patientenführung

Ich freue mich über Ihr Interesse.
Herzliche Grüße

Erich Wühr

Fortsetzung 1 von 4: Video-Vorträge zu Muskel- und Gelenkschmerzen

Dienstag, 12. April 2011

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

letzte Woche habe ich begonnen Ihnen meine Vorträge anlässlich des 6. Netzwerkkongresses in München in 2007 hier in unserem Weblog zugänglich machen. Wir haben mit dem Interview von Medizin-tv und meiner Einführung begonnen.

Heute nun: Die drei wichtigsten theoretischen Erkenntnisse und die praktischen Konsequenzen daraus
Hier klicken, um den Vortrag anzusehen …

Meine drei wichtigsten theoretischen Erkenntnisse und die praktischen Konsequenzen daraus sind:

1. Bei chronischen Erkrankungen besteht die Notwendigkeit systemischen (interdisziplinären) Denkens, Entscheidens und Handelns

2. Chronische Erkrankungen sind nicht „monokausal“ verursacht. Vielmehr liegen individuell vielfältige mechanische, chemische, psychische und physiologische/physikalische Belastungen vor.

3. Der Patient versteht dies sofort mit Hilfe der „Rucksack“-Metapher. Er versteht auch, dass er selbst „seinen Rucksack gefüllt“ hat.

In den nächsten Wochen werden folgen:

Die drei wichtigsten Erkenntnisse bzw. Methoden der Befunderhebung
Die drei wichtigsten Erkenntnisse bzw. Methoden der Therapie
Die drei wichtigsten Erkenntnisse bzw. Methoden der Patientenführung

Ich freue mich über Ihr Interesse.
Herzliche Grüße

Erich Wühr

Video-Vorträge zu Muskel- und Gelenkschmerzen

Dienstag, 05. April 2011

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

anlässlich des 6. Netzwerkkongresses in München in 2007 habe ich zusammen mit Gregor Pfaff (Orthopädie), Ulrich Randoll (Physikalische Medizin) und Hubertus von Treuenfels (Kieferorthopädie) einen interdisziplinären Workshop zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit Muskel- und Gelenkschmerzen veranstaltet. Dieser Workshop wurde auf Videofilm aufgezeichnet und als DVD veröffentlicht.

Meine Vorträge dieses Workshops werde ich Ihnen heute und in den folgenden Wochen hier in unserem Weblog zugänglich machen. Wir beginnen mit dem Interview von Medizin-tv und meiner Einführung. Hier klicken, um den Vortrag anzusehen …

In den nächsten Wochen werden folgen:

Die drei wichtigsten theoretischen Erkenntnisse und die praktischen Konsequenzen daraus
Die drei wichtigsten Erkenntnisse bzw. Methoden der Befunderhebung
Die drei wichtigsten Erkenntnisse bzw. Methoden der Therapie
Die drei wichtigsten Erkenntnisse bzw. Methoden der Patientenführung

Ich freue mich über Ihr Interesse.
Herzliche Grüße

Erich Wühr

Neuer Artikel auf der Dowload-Seite!

Dienstag, 15. März 2011

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich habe in Vorbereitung auf meinen Vortrag auf dem diesjährigen Netzwerk-Kongress einen Artikel geschrieben: „Was unterscheidet die Kraniofaziale Orthopädie von anderen Konzepten der CMD-Behandlung?“ Der Artikel kann hier heruntergeladen werden.

Viel Spaß und herzliche Grüße

Erich Wühr

Was ist Kraniofaziale Orthopädie?

Dienstag, 08. Juni 2010

Die Kraniofaziale Orthopädie ist ein interdisziplinäres Konzept für die Diagnostik und Therapie von Patienten mit Muskel- und Gelenkschmerzen innerhalb und außerhalb des Kausystems.

Dies sind vor allem: Kaumuskel- und Kiefergelenkschmerzen, Kopfschmerzen und Migräne, Nacken-Schulter-Arm-Schmerzen (HWS-Syndrom), Rückenschmerzen, Tinnitus und Schwindel.

Mit diesen Beschwerden kommen die Patienten zum Zahnarzt bzw. Kieferorthopäden und fragen: „Haben meine Schmerzen [oder: Beschwerden] etwas mit meinen schiefen Zähnen [oder: meinem falschen Biss] zu tun?“

Diese Frage ist nicht nur bei Muskel- und Gelenkschmerzen innerhalb des Kausystems berechtigt, sondern auch bei Schmerzen außerhalb des Kausystems. Warum? Wegen des Phänomens Bruxismus. Beim Knirschen und Pressen mit den Zähnen können extrem hohe Kräfte entstehen, die die Muskeln und Gelenk enorm belasten. Kräfte, die sonst im Leben eines Menschen in dieser Größenordnung normalerweise nicht vorkommen: 200 bis 300 kp sind gemessen worden. Diese Kräfte wirken besonders belastend auf unseren gesamten Muskel- und Gelenkapparat, wenn Okklusionsstörungen vorliegen.

Die Kraniofaziale Orthopädie ist ein interdisziplinäres Konzept, mit dessen Hilfe Zahnärzte und Kieferorthopäden solche Patientenprobleme lösen können.  Hier ist das Konzept Schritt für Schritt erklärt.