Was ist myofaszialer Schmerz?

Der myofasziale Schmerz ist ein nozizeptiver Schmerz im Bindegewebe des muskuloskelettalen Systems – also der oberflächlichen Schicht des Fasziensystems.

Klinisch stellt sich der myofasziale Schmerz als spontanschmerzhafte Muskelverhärtung bzw. Mikrokontraktur eines Muskels dar, die sich bei Druck entweder verschlimmert oder verbessert. Eine solche Muskelverhärtung (manchmal auch Myogelose genannt) wird als myofaszialer Triggerpunkt bezeichnet. Jeder Triggerpunkt hat seine eigene Schmerztopografie von ausstrahlenden oder projizierten Muskel- und Gelenkschmerzen. Deshalb können wir anhand der vom Patienten angezeigten Schmerzlokalisation die infrage kommenden Schmerztopografien und damit die infrage kommenden Muskeln identifizieren. Diese Schmerztopografien sind in den Bücher und auf der Wandtafel von Travell und Simons beschrieben.

Durch Palpation dieser Muskeln können wir dann die myofaszialen Triggerpunkte auffinden und symptomatisch behandeln. Zum Beispiel mit Akupunktur, Neuraltherapie oder manuellen Techniken. In unserer Praxis hat sich die Matrix-Rhythmus-Therapie nach Dr. Ulrich Randoll  als die wirkungsvollste Therapie zur Behandlung von myofaszialen Triggerpunkten erwiesen.

Pathohistologisch gesehen ist der myofasziale Troggerpunkt eine chronische Entzündung im Bindegewebe des betroffenen Muskels mit Azidose, Mikrozirkulationsstörung und Stoffwechselstarre. Von grundlegender Bedeutung ist deshalb die Frage, durch welche belastenden Lebensbedingungen diese chronische Entzündung entstanden ist. Vier Kategorien von belastenden Lebensbedingungen kommen infrage: Mechanische, (bio-)chemische, psychische und physiologische  Belastungen. Diese Belastungen müssen anamnestisch und durch Untersuchungen aufgefunden werden. Nur wenn die Belastungen dauerhaft eliminiert werden, können die Schmerzen nachhaltig gelindert werden. Weil die meisten und wichtigsten Belastungen durch den Lebensstil des Patienten selbst verursacht sind, ist die Eigeninititaive des Patienten gefordert und unbedingt notwendig zur erfolgreichen Behandlung von myofaszialen Schmerzen.

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