Was sind Okklusionsstörungen?

Okklusionsstörungen sind Formstörungen des Kraniomandibulären Systems. Sie entstehen aufgrund von

  • Zahnfehlstellungen
  • Dysgnathien
  • Zahnformanomalien
  • Zahnzahlanomalien
  • iatrogen durch restaurative und/oder prothetische Maßnahmen
  • iatrogen durch kieferorthopädische Maßnahmen
  • iatrogen durch chirurgische Maßnahmen

Das Gesetz der Komplementarität von Form und Funktion

Form und Funktion von biologischen Systemen und ihren Teilsystemen bestimmen einander:  Die Form eines Systems bestimmt seine Funktion unmittelbar; die Funktionen eines Systems nimmt langfristig Einfluss auf seine Form und verändert sie. Deshalb: Formstörungen beeinträchtigen unmittelbar die Funktion und bewirken Funktionsstörungen. Und: Funktionsstörungen verändern mit der Zeit die Form und führen zu Formstörungen.

Dies gilt auch für das Kraniomandibuläre System: Okklusionsstörungen sind Formstörungen des Kraniomandibulären Systems, die unmittelbar seine Funktionen stören. Diese Funktionen sind Kauen, Schlucken, Sprechen, Atmen sowie Knirschen und Pressen. Bei den Funktionen Kauen, Schlucken, Sprechen und Atmen wirken so geringe Muskelkräfte, dass die entsprechenden funktionellen Belastungen innerhalb und außerhalb des Kausystems in der Regel leicht kompensiert werden können und nicht zu Symptomen führen. Beim Knirschen und Pressen (Bruxismus) entstehen allerdings so hohe Kräfte, dass die beteiligten Gewebe innerhalb und außerhalb des Kausystems schmerzhaft werden können.

Für unsere praktische Arbeit bedeutet dies:

  • Form und Funktion des Kraniomandibulären Systems können nicht getrennt voneinander untersucht und behandelt werden.
  • Und: Okklusionsstörungen sind für sich gesehen noch nicht behandlungswürdig. Erst wenn hohe Muskelkräfte beim Knirschen und Pressen mit den Zähnen einwirken, können die beteiligten Gewebe innerhalb und außerhalb des Kausystems überlastet und schmerzhaft werden.

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